Künstlergruppe Alte Waschküch'
Im Jahr 1991 begann der Heilpädagoge Dieter Roth mit einigen künstlerisch interessierten und begabten Bewohnern des St.Josefs-Stifts in Eisingen zu malen und zeichnen. Nach und nach wuchs das Interesse der Bewohner für diese künstlerische Begleitung so stark an, dass ein festes Konzept für eine Kunstwerkstatt entwickelt wurde. Alte Waschküch'Den Namen Alte Waschküch` haben die Künstler und ihre Assistenten dem 2005 stattgefundenen Umzug zu verdanken, der in die Räume der ehemaligen Waschküche der Einrichtung führte und so symbolisch für einen Neuanfang steht. Kreatives WerkstattlebenHeute ist die kreative Werkstatt an die Eisinger Werkstätte - eine Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) - angegliedert und im Rahmen der arbeitsbegleitenden Maßnahmen besuchbar. Insgesamt 25 Künstler nutzen jeden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag Nachmittag dieses Angebot, um sich in fünf Gruppen, zu je fünf bis sieben Teilnehmern, für zwei Stunden zu treffen und um sich künstlerisch auszutauschen bzw. zu arbeiten. Angeleitet und begleitet werden sie dabei von Stefan Leins, einem Heilerzieher mit maltherapeutischer Zusatzausbildung, sowie dem Heilpädagogen Dieter Roth.
KonzeptDas Konzept der Kreativen Werkstatt kreist vor allem um die Begriffe: „selbstbestimmtes Leben“, „Integration“, „Lebensqualität“ und „Kreativität“. Die Gruppenteilnehmer nehmen freiwillig teil und werden als Künstler betrachtet und behandelt. Sie haben in der Künstlergruppe „Alte Waschküch´“ die Möglichkeit, ihre eigene formale Kunstsprache weiter zu entwickeln, sowie sich und ihre Umwelt besser verstehen zu lernen. Kunstpädagogische AssistenzStefan Leins und Dieter Roth übernehmen dabei die Funktion der „Assistenz“ – sie stehen für Fragen zum Material oder zur Weiterentwicklung der Gestaltung zur Verfügung. Des weiteren schaffen sie mit einem authentischen und respektvollen Umgang einen geschützten, sicheren Raum, in dem ein Zugang zu den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen möglich ist. Ziele dieses Ansatzes ist vor allem eine Steigerung des Selbstwertes durch Anerkennung anderer oder (nur) sich selbst, eine Bewusstwerdung der Selbstbestimmung durch Entscheidungsfreiheit z. B. bei der Materialwahl, eine Besserung der Lebensqualität durch Erfüllung des kreativen Triebes, sowie eine Möglichkeit der Integration durch Ausstellungen und integrative Malworkshops. Somit folgt die Anleitung hier eher einem künstlerischen Konzept, das dem des offenen Ateliers gleicht und dennoch Raum gibt für die positiven Auswirkungen der kreativen Arbeit auf die Persönlichkeit der KünstlerInnen. Dies kann z.B. durch das Ausdrucksmalen geschehen. Hier steht nicht so sehr das fertige Produkt, sondern der begleitete Prozess - die Veränderung während der Arbeit - im Vordergrund. Dieses Angebot wird von manchen Teilnehmern als einzige Methode in Anspruch genommen, andere wiederum kommen nur bei Bedarf darauf zurück.
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